Yoga

Re: Yoga

Beitragvon Johncom am 19. Dezember 2009, 07:56

Quigor hat geschrieben:Etwas Anderes: Du hast im Schweizer Forum etwas gepostet, das ich gerne hier herüber holen würde - so Dir das recht ist. Ich denke, daß das Klima im Thread zum kontemplativen Gebet eine weitere Erörterung und Vertiefung von Fragen zur Meditation eher nicht gestatten wird, denn inzwischen ist ja auch schon der gute Eckehart als hinduistischer Irrlehrer in den Fängen und im Dienste des Teufels entlarvt worden. :kopfschuettel:
Ich habe diesesTheater einfach satt. Tu mir also den Gefallen und beprich das hier mit mir weiter!


Servus Quigor !
ich stand erst auf dem Schlauch als ich Deine Antwort las im livenet-Forum, denn es gibt dort ja auch einen Yoga thread, aber der ist gerade geschlossen. oTp hat es aber besser verstanden, er wusste gleich dass das "wir wissen es besser als die Christen und sind für alles offen, was uns weiterbringt" - Forum gibt. Also hier. Ja sicher können wir den Text auch hier weiter besprechen. Ist der kleine Text denn besprechenswert ? Also meinen Dank dass Du das so siehst.

Ach .. das ist schon ein Theater wenn man solche Vorurteilchen lesen muss über den grossen weisen Kirchenmann Meister Eckhart. Und die wildesten Gerüchte sinnlos lang aber laut wiederholt werden über die Mystiker in West und Ost. Ein wildes Theater. Aber dennoch muss man es nicht so stehen lassen, man sollte immer wieder daran erinnern, dass es sehr wohl eine mystisch erkennende Richtung gibt im Christentum, die überhaupt nicht im Streit liegt mit den Offenbarern aus Hinduismus, Buddhismus, Islam und wem auch immer. Ich meine: Immer wieder das sagen, denn es ist 1) Unrecht und 2) billig, alle ehrlichen Gottsucher als böse Antichristen zu diskriminieren nur weil sie sich dem Einen Gott von der anderen als der modernen evangelistischen Seite genähert haben. Genau das waren auch früher schon die Wegbereitungen religiöser Verfolgung. - Nun ... Gott sei Dank ist es nur Theater.

Akzeptiere alles was geschieht denn alles was geschieht ist Gottes Wille. Was natürlich kein Aufruf zur Faulheit ist, sondern nur heisst dass es keinen Sinn macht, sich quer zu stellen gegen das was sowieso passiert. So wie ja auch Krishna eben Arjuna befahl, sich vor der Schlacht nicht zu drücken denn die, die sterben werden .. die sind schon gestorben. Gottes Wille tuen heisst also das Schicksal zu akzeptieren, sein eigenes wie auch das aller anderen. Und das ist ein grosses Akzeptieren, das führt zu sich und allen anderen vergeben und das ist, wie ich doch annehme die frohe Botschaft Jesu in erster Linie gewesen.


Quigor hat geschrieben:Ein solcher Fatalismus hat ohne Zweifel seine positiven Seiten, vor allem ist er ausgesprochen entlastend. Wohl aus letzterem Grund stehe ich dieser Idee auch sehr wohlwollend gegenüber.

Ob dies allerdings wirklich so im Einklang steht mit der Botschaft Christi... nun ja, das mögen Dir Angsthase, Lazarus, Moralapostel oder Maggy beantworten. Persönlich habe ich da gewisse Zweifel.


Wenn Angsthase, Lazarus, Moralapostel und Maggy oder andere Kritisches oder Christliches entgegen halten wollen, dann bitte. Das wäre auch lehrsam für mich. Aber Dein Stichwort Fatalismus sagt dass ich diese Ramesh-Lehre ( er nannte es immer Konzept, working theory ) wohl dürftig dargestellt habe. Es ging nicht darum, sich 'im Leben' generell zurückzulehnen sondern sich in der stillen Stunde, in der Meditation .. zurückzulehnen. Am Ende des Tages sozusagen.

Belohnung im Himmel für ein braves Ego:
Quigor hat geschrieben:Tja, in dieser Frage bekommst Du ja tagtäglichen Anschauungsunterricht. Und die "schlechte" Nachricht ist: Es sind keine gemütlichen Kaffeekränzchen in goldenen Städten unter dem Jubel von Engelschören zu erwarten. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Niemand wird darüber enttäuscht sein.
:D


Ohne mir jetzt gross einen Kopf zu machen würd ich sagen: Ja, die Welt ist Täuschung und wer sein Herz an die Welt hängt, wird ent-täuscht.

Quigor hat geschrieben:Hm. Wird er? Ich empfinde immer stärker die Schönheit des Spiels der Maya - zumindest in den mir angenehmen Varianten.


Auch ich sehe und geniesse immer mehr Schönheit dieser Welt. Aber gerade weil ich mein Herz nicht an sie hänge. Je weniger ich an der Welt hänge, desto schöner wird sie - scheinbar.

Namaste ... :angel:
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Re: Yoga

Beitragvon Johncom am 20. Dezember 2009, 02:47

Servus ! Ich wollte nur mal weitergehn in unserem Dialog. Vielleicht mag sich ja noch jemand dazugesellen aus dem theologischen und weniger theologischem Lager.

Quigor hat geschrieben:Kennst Du "Soyafleisch"? Das Angebot der Industrie an den fleischliebenden Vegetarier. Sehr überzeugend! Als ich das erstmals in einem Lokal serviert bekam (ich hatte "das vegetarische Menü" bestellt), habe ich nach dem ersten Bissen empört den Kellner herbeigewunken und ihn zur Sau gemacht, was ihm denn einfalle, ausgerechnet einem Vegetarier ein verdammtes Rinderfilet zu servieren... Erst der Geschäftsführer konnte meine stimmgewaltige Empörung in peinliche Betretenheit verwandeln, als er mich in die Küche mitnahm, um mir zu zeigen, wie diese "Rinderfilets" aussehen, bevor man sie zubereitet. Tja, der Fall war klar: Es hat sich tatsächlich nicht um Fleisch gehandelt. Tellerfertig hat das Zeug aber haargenau wie Fleisch ausgesehen (inklusive der für Rind typischen Muskelfaserung), und es hat auch so geschmeckt. Ich habe es aus meinem Speisezettel gestrichen: Ich will explizit nicht das Gefühl haben, gerade ein Stück Muskel zu verzehren. Hingegen schätze ich die kleinen Soyawürfelchen, die man für "Soyagulasch" verwendet, sehr: Schmeckt lecker! Und weder schmeckt es nach Gulaschfleisch, noch sieht es so aus.
Eine rein vegane Ernährung hingegen wäre nur mit entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln möglich; ich bevorzuge allerdings Käse und andere Milchprodukte. Daß diese in der Nahrungsmittelindustrie in einem unentflechtbaren Kreislauf mit der Fleischproduktion stehen, ist zwar bedauerlich, kann aber kein Hindernis darstellen, solange der durchschnittliche EU-Bürger jährlich massenhaft Leichenteile in seinen Wanst schiebt.


Und nicht nur der EU-Bürger, auch der Amerikaner, der Australier, der Filipino .... Es ist schon fast unheimlich wenn man sich vorstellt, wieviele Vierbeiner, Zweiflügler so in jeder Minute rund um den Erdball abgestochen oder gebolzt werden. Wie wäre diese Welt wenn stattdessen nur Getreide und Soya verarbeitet würden in die unzählig vielen leckeren Möglichkeiten, von denen Du eine oben beschrieben hast ? Hätten wir dann automatisch nur noch freundlich lächelnde Nachbarn ? Hm .... jedenfalls es ist wie es ist, auch wenn wir nicht wissen, warum.

Dieses ganz raffiniert auf Fleisch designte Soyafleisch kenn ich wohl nicht, wohl aber auch diese Würfelchen. Die sich nur etwas langsam verdauen. Wie heisst das noch .. TPV ? Jedenfalls unter Ernährungsberatern nicht gerade die Empfehlung, angeblich braucht es Rohöl zur Herstellung. Was ich ab und zu auch gern dazu nehme sind diese Bratlinge aus Getreide ... ab und zu. Ja, und Tofu wie gesagt, das fast täglich.

Bekannt sicher auch in Österreich ist die 'Aktion', die empfiehlt, 5 mal am Tag Obst und Gemüse verzehren. Ist gut aufgemacht weil sie keine Verbote betont sondern nur daran erinnert, dass 5 mal täglich Frisches allerlei Krankheit abwehrt. Ich kanns bestätigen, hab jetzt viele Jahre keine richtigen Grippen mehr. Obst und Gemüse sind sattvisch, und da sind wir ja wieder bei der Welterkenntnis der alten Yogis, die das Prinzip der sogenannten Gunas benannten: Sattva, Rajas und Tamas. Eine überwiegend sattvische Ernährung macht den Esser ausgeglichener. Aber das geht nicht von selbst, finde ich. Es gehören auch tägliche Aktivitäten dazu wie Bewegung in der Natur, Yoga .... geistiges Erhebendes.

Soweit kurz :zwinker:
Namaste !
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Re: Yoga

Beitragvon Quigor am 3. Mai 2010, 12:02

Johncom hat geschrieben:Obst und Gemüse sind sattvisch, und da sind wir ja wieder bei der Welterkenntnis der alten Yogis, die das Prinzip der sogenannten Gunas benannten: Sattva, Rajas und Tamas. Eine überwiegend sattvische Ernährung macht den Esser ausgeglichener. Aber das geht nicht von selbst, finde ich.

Hi, Johncom1

Da findest Du richtig: Ich bezweifle den Einfluß einer solch sattvischen Ernährung auf das Gemüt, denn es gibt da ein recht prominentes Gegenbeispiel, nicht wahr? :zwinker:

Und jetzt gehe ich Deinen Beitrag aus dem livenet suchen und hole ihn hierher.
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Re: Yoga

Beitragvon Quigor am 3. Mai 2010, 13:32

Heureka! Ich habe Deinen livenet-Beitrag aufgestöbert:

Johncom hat geschrieben:Langjährig Praktizierende haben manchmal ein Wegbrechen des Egos erlebt, man kann auch sagen 'überlebt'. Von ähnlichem berichten christliche Mystiker. Solche Geschehnisse können besungen werden oder in Kunst ausgedrückt aber eigentlich sind sie nicht diskutierbar, es sei denn in wohlwollender Runde.

Natürlich kann es zu 'spirituellen Täuschungen' kommen, und auch das sind notwendige Erfahrungen auf dem geistigen Weg. Alles was dem Meditierer erscheint, das Wort 'er-scheint' sagt es schon ... ist Schein. Wer auf Visionen abfährt, läuft auf einem sehr schrägen Weg, und das erste was man bei diesen Leuten mitkriegt, ist dass sie sich für etwas Besonderes halten. Visionen oder Bilder sind immer 'dinglich'. Auch ein angeblich gesehener Jesus ist dinglich, also getrennt von dem, der sieht. Und somit Schein. Nun muss man aber die Möglichkeit des Getäuscht Werdens nicht übertreiben. Es kann passieren dass man einen Verkehrsunfall erleidet und trotzdem werden die meisten bald wieder ins Auto steigen, um eine Erfahrung reicher.

Das ist der Text, den ich hier besprechen wollte - weil mir die von Dir angeführte Voraussetzung einer "wohlwollenden Runde" im livenet nicht gegeben schien.
Obwohl es konkret mehrere Punkte sind, die ich diskutieren möchte, will ich es langsam beginnen:
Johncom hat geschrieben:Langjährig Praktizierende haben manchmal ein Wegbrechen des Egos erlebt, man kann auch sagen 'überlebt'.

Du sprichst hier von einem "Wegbrechen" des Egos. Hast Du das wirklich so erlebt? Selbst erlebt, Johncom?
Ich frage so unbedarft, weil ich selbst mir das einfach nicht vorstellen kann ... denn es ist völlig konträr zu meinen eigenen Erfahrungen. Gemäß meinem Empfinden bläst sich dabei etwas gigantisch auf - und ich verwende durchaus bewußt diese fragwürdige Formulierung. Schlagartig, wirklich von einem Moment zum anderen, dehnt sich "etwas" aus (das "Selbst", nehme ich einmal an?), wird riesengroß, betrachtet Dinge "aus der Totalen" (mit implementierter "Zoom-Funktion" und - wertet nicht. Vor allem Letzteres ist ein eigentlich recht irritierender Bewußtseinszustand.
Kannst Du mit meiner Beschreibung etwas anfangen?

Gleich anschließend noch eine Frage: "Jenseits von Gut und Böse" ist ja in meiner .. ähm, Konfession, etwas durchaus Erstrebenswertes; wie sieht es damit aber im Buddhismus aus? Kann man in diesem Zustand das berühmte buddhistische "Mitleid" spüren? Oder ist das eine emotionale Reaktion des Egos (yep!), nachdem es solcherart einen Blick auf das Räderwerk "jenseits von Gut und Böse" geworfen hat?
Vielleicht erledigt sich dieser ganze Fragenpulk von selbst, weil Deine eigenen Erfahrungen gänzlich anders geartet sind. Aber nachdem ich meine irgendwie nicht unter einen akzeptablen Hut kriege, hoffe ich, daß Du Deine mit mir teilst - indem Du sie mir mitteilst.
Thanks! :wolke:


Ach .. das ist schon ein Theater wenn man solche Vorurteilchen lesen muss über den grossen weisen Kirchenmann Meister Eckhart.

Ich liebäugle weiterhin mit der Idee, zu Eckhart & Co. einen eigenen Thread aufzumachen. Mal sehen, ob das diesen Sommer was wird!

Akzeptiere alles was geschieht denn alles was geschieht ist Gottes Wille. Was natürlich kein Aufruf zur Faulheit ist, sondern nur heisst dass es keinen Sinn macht, sich quer zu stellen gegen das was sowieso passiert. So wie ja auch Krishna eben Arjuna befahl, sich vor der Schlacht nicht zu drücken denn die, die sterben werden .. die sind schon gestorben. Gottes Wille tuen heisst also das Schicksal zu akzeptieren, sein eigenes wie auch das aller anderen. Und das ist ein grosses Akzeptieren, das führt zu sich und allen anderen vergeben und das ist, wie ich doch annehme die frohe Botschaft Jesu in erster Linie gewesen.

Aber Dein Stichwort Fatalismus sagt dass ich diese Ramesh-Lehre ( er nannte es immer Konzept, working theory ) wohl dürftig dargestellt habe. Es ging nicht darum, sich 'im Leben' generell zurückzulehnen sondern sich in der stillen Stunde, in der Meditation .. zurückzulehnen. Am Ende des Tages sozusagen.

Gilt das auch für Arjuna?
Verstehe mich nicht miß - ich betrachte Arjuna keineswegs als eine historische Persönlichkeit, aber was sollen die Erzählungen von Arjuna, Hanuman et al. Anderes darstellen als Hilfen zur Lebensgestaltung?
Mir dämmert gerade, daß ich Dich möglicherweise krude mißverstanden habe; falls es so ist, stelle das bitte richtig!

Namaste!
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Re: Yoga

Beitragvon Johncom am 7. Mai 2010, 12:30

Ahh .... dieser bekannte Österreicher. :kopfschuettel: Es gibt immer wieder so Phasen da reise ich durch youtube und schau mir Original-Aufnahmen an aus der Zeit 33 bis 45. Aus der Kino-Wochenschau und anderen Quellen. Ein Stückchen weit fühl ich mich noch mal hineinversetzt in diese Zeit obwohl ich ja gar nicht geboren war.

Diese Mann war der grosse Erneuerer und gefeiert von vielen - und dann gings bergab. Ich höre gern den noch lebenden Zeitzeugen zu. Faszinierend.

Das stimmt sicher, vegetarische Ernährung macht niemanden automatisch 'besser'. Hochleistungs-Extremisten aller Art können sich mit einer leichtverdaulichen und Vitalstoffreichen Ernährung fit halten, aber ihre Ziele stecken sie selbst. Wenn die Neigung zum Wahn schon da ist, dann verstärkt so eine Diät wohl auch den Wahn :protest: !
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Re: Yoga

Beitragvon Johncom am 8. Mai 2010, 01:24

@ Quigor: ... schön dass Du wieder hier bist. :knuddel: Und hoffentlich auch oft und öfters.

Johncom hat geschrieben:Langjährig Praktizierende haben manchmal ein Wegbrechen des Egos erlebt, man kann auch sagen 'überlebt'.

Quigor hat geschrieben:Du sprichst hier von einem "Wegbrechen" des Egos. Hast Du das wirklich so erlebt? Selbst erlebt, Johncom?


Ja sicher. Äh ... natürlich nicht. Also wie mans auch sagt, :kopfschuettel: es stimmt und es stimmt dann nicht ganz.
Und jetzt eher ernster: Ein Wort wie Enrückung trifft es schon. Ein - über - das gewohnte Ich erhaben sein. Ein Erinnern, ein 'Ja, das war schon immer'. Ein Erinnern in ein Ur-Dasein was man doch kannte ... und da verschwimmt es dann, denn ich wusste nicht ob als Baby oder noch weiter vorher. Aber gleichzeitiges Gewahrsein dass ich auch hiersitze auf dem Kissen, so wie immer, also dass es nur während einer gewöhnlichen Meditation geschieht. Und das gerade die Tränen laufen.

Quigor hat geschrieben:Ich frage so unbedarft, weil ich selbst mir das einfach nicht vorstellen kann ... denn es ist völlig konträr zu meinen eigenen Erfahrungen. Gemäß meinem Empfinden bläst sich dabei etwas gigantisch auf - und ich verwende durchaus bewußt diese fragwürdige Formulierung. Schlagartig, wirklich von einem Moment zum anderen, dehnt sich "etwas" aus (das "Selbst", nehme ich einmal an?), wird riesengroß, betrachtet Dinge "aus der Totalen" (mit implementierter "Zoom-Funktion" und - wertet nicht. Vor allem Letzteres ist ein eigentlich recht irritierender Bewußtseinszustand.
Kannst Du mit meiner Beschreibung etwas anfangen?


Hm ... vor allem diese gewaltige Ausdehnung ! Da passierte mir mal was vor sehr langer Zeit, ich wohnte noch bei den Eltern und ich campierte im Garten weil es Sommer war. Hatte etwas gelesen: 'So meditiert man'. Im Schneidersitz, die Ellbogen auf die Knie .. also irgendwie mit gekrümmtem Rücken sogar. Es war nachts und ich probierte es wohl aus Langeweile und wusste nur dass ich mich jetzt auf die Stirnmitte direkt oberhalb der Nase konzentrieren sollte. Und da gab es einen leichte Wumms, 'ich' wurde kleiner und kleiner und kleiner und das in einer rasenden Geschwindigkeit ... und ?

Im gleichen Moment megariesengross ! Universalgross ! Und wie wir wohl beide sehen ist das völlig paradox und widerspricht sich, aber anders lässt es sich dann auch nicht sagen. Auch das war ein Wiedererkennen eines 'immer schon dagewesen zu sein'.

Die andere Erinnerung ist dass 'ich' dann weg war, ob eine Sekunde oder eine Stunde war nicht herauszufinden. Ein tock - tock - tock Geräusch holte mich zurück, laut ... mir fiel auf dass ich im Garten sass in diesem Zelt, und die erste Vermutung, es seien Pferdehufe von der Strasse 20 Meter oberhalb. Die Lautstärke verlor sich dann langsam, die Realität kam zurück. Das tock tock wurde auch erkannt, es gehörte zu der Wanduhr im Haus. Also eigentlich .... nur sehr leise wahrnehmbar.

Also Quigor, ohne es zu wissen vermute ich dass solche Ausdehnungserfahrungen bzw starke überwältige Raumveränderungen 'energetische' Phänomene sind, Shakti. Sie können passieren aber müssen nicht. Ich suche sie auch nicht. Der Punkt ist ja auch, sie vergehen wieder. Oder meistens. - Aber was ist Deine Meinung ?
( Fortsetzung folgt )
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Re: Yoga

Beitragvon Johncom am 18. Mai 2010, 00:13

Johncom hat geschrieben:Aber Dein Stichwort Fatalismus sagt dass ich diese Ramesh-Lehre ( er nannte es immer Konzept, working theory ) wohl dürftig dargestellt habe. Es ging nicht darum, sich 'im Leben' generell zurückzulehnen sondern sich in der stillen Stunde, in der Meditation .. zurückzulehnen. Am Ende des Tages sozusagen.

Quigor hat geschrieben:Gilt das auch für Arjuna?
Verstehe mich nicht miß - ich betrachte Arjuna keineswegs als eine historische Persönlichkeit, aber was sollen die Erzählungen von Arjuna, Hanuman et al. Anderes darstellen als Hilfen zur Lebensgestaltung?
Mir dämmert gerade, daß ich Dich möglicherweise krude mißverstanden habe; falls es so ist, stelle das bitte richtig!


Arjuna befindet sich in einer dramatischen Notlage, kaum schlimmeres kann man sich vorstellen: Die Schlachtreihen sind schon aufgebaut und alle warten auf den Anpfiff. Und drüben unter den Gegern sind sogar eigene Verwandte. Da möchte man gern ein anderer sein .... :autsch:

Dann rät ihm Krishna, sich eben nicht zu drücken vor diesem Kampf. Es wäre seine Pflicht. Dann kommt eine wichtige Aussage: Die, die er ( Arjuna ) in den nächsten Stunden töten wird, die sind bereits tot. Und zwar für Gott, Gott 'als Zeit'.
Also alles was passieren würde, wäre schon passiert.

Natürlich ist das Allegorie, Arjuna so wie alle anderen Charaktere sind nur Aspekte des Einen. Und falls ich es nicht mißverstehe steht hier Krishna für den oder das Eine. Oder für die Person, die aus dem 'erhabenen Blickwinkel' des Einen herunterschaut.
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